Lübeck zum Derby nach Hamburg

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2.Bundesliga
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Die Vorfreude steigt langsam, aber kontinuierlich an. Endlich wieder ein Derby, das seinen Namen verdient. Und was für eins! Der VfL Lübeck-Schwartau trifft auf den HSV Hamburg, Deutscher Pokalsieger 2010, Deutscher Meister 2011, Champions League-Sieger 2013.

An die erfolgreichen Zeiten von damals erinnern heute noch drei Namen: Blazenko Lackovic (37) geht noch immer auf Torejagd für die Hamburger, an der Seitenlinie steht der ehemalige Linksaußen Toto Jansen und der Vize-Präsident ist der Erfolgstrainer von einst, Martin Schwalb. Neu ist hingegen für die Hamburger die zweite Bundesliga. Durch den Lizenzentzug von 2016 „übersprang“ der HSV das Unterhaus des Deutschen Handballs und startete einen Neuanfang in der dritten Liga.

Alles kalter Kaffee! Der HSV von heute strebt nach Sicherheit. Die Klasse soll schnellstmöglich gesichert werden und bei der Kaderplanung wurde auf Konstanz gesetzt. Lediglich zwei Neuzugänge komplettierten den Erfolgskader aus der vergangenen Drittliga-Saison. Mit Rechtsaußen Thies Bergemann und Aron Rafn Edvardsson wechselten zwei Wunschspieler des Vereins in die Hansestadt.

VfL-Trainer Torge Greve ist angetan vom neuen HSV: „Unter dem Vorbehalt, dass ich natürlich mit einigem Abstand auf die Hamburger schaue, wirkt auf mich alles sehr gut durchdacht. Hier wird eine Mannschaft geduldig entwickelt und auf vielleicht höhere Aufgaben vorbereitet. Ich finde es auf jeden Fall toll, dass sie zurück sind im Profi-Handball – und das nicht nur wegen der kurzen Anreise. Hamburg gehört einfach auf die deutsche Handball-Landkarte und ihre Fans sind jetzt schon erstklassig.“

Insgesamt verfügen die Hamburger über eine extrem junge Mannschaft, die sich aber langsam an die zweite Bundesliga gewöhnt hat. Der Auftakt hatte es allerdings in sich. Balingen und Ferndorf waren das Begrüßungskomitee, das das Ankommen der Hamburger in Liga Zwei wenig gastfreundlich gestaltet hat – am Ende standen zwei Niederlagen (29:32 und 22:26). Auch gegen die Rhein Vikings zogen der HSV den Kürzeren (25:27). Ein Zwischenspurt hat die Hamburger vom Tabellenkeller ins Mittelfeld katapultiert, Siege gegen Hamm (mit zehn Toren Differenz), Dessau und Elbflorenz waren dafür verantwortlich. Zuletzt folgte ein kleiner Negativtrend, der erst am vergangenen Spieltag durch einen Sieg in Hagen (26:21) beendet werden konnte.

Insgesamt kann resümiert werden, dass der HSV Handball insbesondere mit seinen Fans im Rücken (Zuschauerschnitt von über 3.000) ein gefährlicher Gegner ist. Davon ist auch Torge Greve überzeugt: „Die Hamburger sind zusammen mit Ferndorf der stärkste Aufsteiger in dieser Saison. Sie haben mit Edvardsson einen der besten Torhüter der Liga in ihren Reihen und ansonsten viele junge, hungrige Spieler. Man sieht, dass sie alle gut ausgebildet sind, egal ob ich dabei an Axmann, Bauer, Tissier oder Wullenweber denke.“ Und weiter zur Spielanlage sagte Greve: „Selbst in der Defensive erkennt man ihre offensive Ausrichtung. Ihre 6-0-Abwehr ist genauso auf Balleroberung gepolt wie ihre 3-2-1-Formation. Und wenn sie ihn haben, geht es zügig ins Angriffsspiel über. Hinzu kommt ihre Ausgeglichenheit. In ihren erfolgreichen Spielen war es immer wieder ein anderer, der herausragte. Das macht sie schwer ausrechenbar.“
VfL schafft Turnaround und will auch auswärts nachlegen

Zwei Dinge bleiben aus den letzten drei Wochen beim VfL Lübeck-Schwartau hängen. Erstens: die Mannschaft hat sich spielerisch gefangen, wie die Auswärtspartie in Essen und der Heimsieg gegen Emsdetten bewiesen haben. Und der zweite Punkt: wenn es mal nicht so läuft, verfügt das Greve-Team über ausreichend Kraft und Moral, um auch einen überraschenden Pausenrückstand in einen Sieg umzuwandeln, oder vielleicht besser „umzufighten“ (Großwallstadt am vergangenen Wochenende).

Torge Greves Erwartung an das kommende Spiel ist dann auch wenig überraschend: „Diese Leidenschaft, diesen Siegeswillen will ich natürlich auch gegen Hamburg sehen. Beides wird erforderlich sein, um die gute Angriffsreihe des HSV zu stoppen. Aber gerade unsere Defensive hat die Qualität dazu und wird sich voll ins Zeug legen.“

Für ein erfolgreiches Auswärtsspiel wollen auch die VfL-Fans sorgen. Über 300 von ihnen treten am kommenden Freitag die Fahrt nach Hamburg an, um ihre Mannschaft anzufeuern und ein wahrnehmbares Gegengewicht gegen die Hamburger Zuschauer darzustellen.

Greve dazu: „Als ich gehört habe, dass uns so viele Fans begleiten, konnte ich es erst gar nicht glauben. Überragend! Sie werden sich akustisch sicherlich gut gegen die über 3.000 Hamburger Zuschauer behaupten und unsere Motivation damit zusätzlich erhöhen. Das zeigt, dass wir eine solide Fan-Base haben. Ich hoffe, dass wir uns schnell an die zu erwartende Stimmung gewöhnen und meine Spieler das genießen können. Am besten danken wir es unseren Fans mit einem erfolgreichen Spiel.“

Ebenfalls gerne dabei wäre Basti Damm, der aber nach seinem Autounfall noch nicht wieder soweit ist. Er lässt es sich aber nicht nehmen, seine Mannschaft mental zu unterstützen. Damm: „Es geht mir schon besser. Ich drücke den Jungs gegen Hamburg die Daumen und werde das Spiel über sportdeutschland.tv verfolgen. Noch lieber wäre ich natürlich selbst dabei, aber das braucht noch etwas Zeit.“

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Ergebnisdienst Bundesliga

14.12.2018 19:30
2.Handball-Bundesliga, 18.Spieltag
  
VfL Lübeck-Schwartau - HC Elbflorenz Dresden 0 : 0
  
TuSEM Essen - ASV Hamm-Westfalen 0 : 0
14.12.2018 20:00
2.Handball-Bundesliga, 18.Spieltag
  
VfL Eintracht Hagen - HBW Balingen/Weilst. I 0 : 0
Letzte Aktualisierung: 14.12.2018 08:18:09
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