Martin Strobel: Sehr schnell wieder reingefunden

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Er saß gerade im Auto, als das Telefon klingelte – am anderen Ende der Leitung war Bundestrainer Christian Prokop. Martin Strobel sagte mit Blick auf die Heim-WM zu – und so feierte der 32-jährige Europameister und Olympiadritte von 2016 sein Comeback im DHB-Trikot bei den erfolgreichen EM-Qualifikationsspielen gegen Israel und den Kosovo im Oktober und November.

Nun findet sich der Spielmacher der HBW Balingen-Weilstetten auch wieder im Aufgebot für das Test-Länderspiel gegen Polen in Rostock am 12. Dezember.

In diesem Interview spricht Strobel über sein Comeback, seine Vorfreude und wie er die Rolle des Spielgestalters interpretiert.

Hatten Sie den Januar 2019 eigentlich schon verplant, bevor Christian Prokop bei Ihnen anrief?
Martin Strobel: Nein, wir hätten Pause gehabt wegen der WM, und ich hätte mir sicher viele WM-Spiele angeschaut. Jedenfalls wäre ich nicht weg gewesen.

Nun aber könnten Sie auf der Platte stehen…
Martin Strobel: Das ist noch ein weiter Weg bis zur WM, auch wenn sie eigentlich schon vor der Tür steht. Ich kann mich durch meine Leistung empfehlen, und dann sehen, ob es auch reicht.

Hat Sie der Anruf überrascht?
Martin Strobel: Nein, damit hatte ich nicht gerechnet. Christian Prokop fragte mich, ob ich mir ein Comeback vorstellen können. Ich erbat mir ein bisschen Zeit zum Überlegen. Aber mit Blick auf die Möglichkeit eine Heim-WM zu spielen, war die Entscheidung dann auch schnell gefallen.

Beim Oktober-Lehrgang in Wetzlar sind Sie in die Mannschaft zurückgekehrt. Wie war der Empfang?
Martin Strobel: Einfach nur toll und problemlos. Es war so ein Gefühl wie ‚Willkommen zurück‘, es war schön, viele bekannte Gesichter zu sehen. Es waren dann ja auch meine ersten Einheiten unter Christian Prokop, und ich habe gleich gemerkt, dass er sehr detailfixiert ist.

Das heißt, Sie betraten in gewissem Sinne auch Neuland, obwohl Sie ja so lange nicht rauswaren aus dem Nationalteam?
Martin Strobel: Ich muss mich da erst wieder reinfinden, aber die Woche in Wetzlar und die beiden EM-Qualifikationsspiele haben gezeigt, dass das recht schnell geht. Ich muss eben viel mit den Mitspielern sprechen und mich sehr präzise wieder in die Abläufe integrieren. Aber die Entwicklung war gut, das funktionierte schnell, auch wenn natürlich noch nicht alles perfekt war. Jedes Training, jedes Spiel hilft dabei – ich hoffe, dass ich in dieser Integration nun auch in Rostock weiterkomme.

Hat Sie die Diskussion gestört, dass Sie als Zweitligaspieler ins Nationalteam berufen wurden?
Martin Strobel: Diese Diskussion macht mir nichts aus, es gibt immer eine Meinung A und eine Meinung B. Wenn ich meine Leistung bringe, kann ich mich anbieten fürs Team, dann kann ich mich interessant machen. Alles andere kann ich sowieso nicht beeinflussen.

Wie interpretieren Sie die Rolle des Spielmachers?
Martin Strobel: Ein Spielmacher setzt das taktische Konzept um, ist für das Tempo, die Passgeschwindigkeit und die Spielkontrolle zuständig, also die klassische situationsbezogene Spielsteuerung.

Und wie groß ist Ihre Vorfreude auf die Heim-WM?
Martin Strobel: Wie gesagt, ich kann mich nur anbieten, die Entscheidung, ob ich dabei bin, trifft der Bundestrainer. Ich habe ja bis jetzt erst eine Woche mit dem Team verbracht. Aber generell freue ich mich jetzt schon auf volle Hallen und eine tolle WM-Atmosphäre.

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