Sensationelle Aufholjagd

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3.Liga Süd
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Unglaublich, was da in der Erlanger Karl-Heinz-Hiersemann-Halle vor 450 Zuschauern in den letzten 17 Minuten der Partie abging: Die Bundesliga-Reserve des HC Erlangen wähnt sich beim Stand von 19:14 (43.) schon sicher auf der Siegerstraße.

Doch was dann folgte ist nachgrade „sensationell“ zu nennen. Die Saarländer machten „hinten einfach mal dicht“, Pat Schulz hielt jeden Ball, der auf seinen Kasten kam und in der Offensive zauberten Peter Walz, Grbavac, Wirtz und Hartz acht blitzsaubere Treffer aufs Parkett zum höchst verdienten 22:19 (12:13)-Auswärtssieg. Ein Jahres-Abschluss 2019, mit dem man bei der HGS sehr zufrieden ist.

Doch fangen wir vorne an: Obwohl mit dem Ausfall von Niklas Louis (Magen-Darm), den unter der Woche grippe-kränkelnden Leist, Wirtz und Hartz und einem Kapitän Peter Walz, der nach einer Nachtschicht bis Samstagfrüh, kaum Erholung gehabt hatte, die Voraussetzungen nicht gerade optimal waren, ging das Team die schwere Partie gegen die junge HCE-Truppe (9:3 Punkte aus den letzten 6 Spielen) äußerst fokussiert an. In der Startphase fanden Kesslers Jungs gute Lösungen im Angriff, spielten, angeführt von Ivo Kucharik, sauber und konzentriert und man führte nach 13 Minuten 6:8. Auch von den teilweise nicht nachvollziehbaren Entscheidungen der Schiedsrichter ließ man sich nicht aus dem Konzept bringen. Bis zur Pause nutzte der HCE allerdings die sich daraus ergebenden Vorteile zu einer 13:12-Pausenführung.

Zu Beginn der 2. Spielhälfte verlor die HGS im Angriff dann doch ein wenig den Faden. Jetzt macht sich das Fehlen des Linkshänders im rechten Rückraum bemerkbar, hatte man in der Vorbreitung im Laufe der Woche doch einige Spielzüge genau darauf abgestimmt. Erlangen nutzte diese Schwächphase und eine doppelte Überzahl-Situation (ab 42.) – angeblich Philipp Kessler (es war aber Lars Walz) und Peter Walz hatten 2 Minuten bekommen – dazu, sich auf 19:14 abzusetzen.

Es begann das „Sensations-Finale“, was Philipp Kessler hinterher als unglaubliche, so noch nie gesehene Willens- und Energie-Leistung seiner Jungs beschrieb. Tommy Wirtz macht das 19:15, Peter Walz in seiner unnachahmlichen Art zimmert das Leder zum 19:16 in die Maschen. Die Aufholjagd hat begonnen, hinten machen die Abwehr und Pat Schulz den Kasten dicht. Klar, dass da mal eine doppelte Zeitstrafe (47. Minute:Kurotschkin und Thierry müssen auf die Strafbank) von den beiden „Unparteiischen“ folgen mußte. Macht aber nix: Pat Schulz pariert jetzt jeden Ball, der aufs Tor kommt, Max Hartz setzt den nächsten Nadelstich zum 19:17 (48.). Nun trifft der Bannstrahl der Schiedsrichter Erlangens Johannes Bayer: Rote Karte, nicht etwa wegen eines groben Fouls (wie zuvor schon zweimal möglich), sondern weil er angeblich den Schiris den Vogel gezeigt haben soll, tatsächlich aber wohl nur seinem Betreuer eine Verletzung am Kopf signalisiert hatte. Philipp Leist trifft von der 7m-Linie zum 19:18 (50.).

Saarlouis ist dran und Erlangen findet im Angriff keine Lösung mehr. Alles prallt an der „Saarlouiser Wand“ (Walz, Kurotschkin Thierry) ab und wenn doch mal was durchgeht, ist da ja noch Pat Schulz. Erlangens Coach Tobias Wannenmacher nimmt die Auszeit (51.). Doch Wladi Kurotschkin netzt zum 19:19-Ausgleich (53.), Max Hartz bringt die Gäste in Führung (19:20, 54.) und Tommy Wirtz erhöht auf 19:21 (55.). Nochmals Auszeit bei Erlangen. Die und auch die anschließende erneute 2-Minuten-Strafe gegen Kurotschkin nutzt nix mehr. Josip Grbavac macht mit dem Treffer zum 19:22 endgültig „den Deckel drauf“.

Zwei Punkte zu Weihnachten, ein Jahres-Abschluss 2019 mit dem Philipp Kessler und sein designierter sportlicher Leiter Matthias Ecker am Ende sehr zufrieden waren. Mit 19:15 Punkten den Anschluss an die Spitzengruppe gefunden, zu Hause ungeschlagen und 6 Punkte aus den letzten drei Spielen: So kann man in Saarlouis in eine verdiente Pause gehen und die Feiertage genießen.

Statistik HGS: Pat Schulz (17 Paraden), Grbavac 5, Leist 3/2, Walz 3, Hartz 3, Wirtz 3, Kucharik 3, Kurotschkin 2

Tore HCE: Marschall 4, Müller 3, Mangen 3/2, Wagner 3, Mosindi 2, Bayer 1, Poser 1, Bauer 1, Bialowas 1

Siebenmeter: HGS 2/2, HCE 2/3

Zeitstrafen in Minuten: HGS 14, HCE 6 (rote Karte Bayer, 49.)

Schiedsrichter: Frank Kraaz, Tobias Lay

Zuschauer: 450