Wölfe hoffen das Beste für Felix Thier

Foto: Dietmar Reker

3.Liga Nord-West
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Zwei Minuten und in etwa 20 Sekunden sind gespielt, da passiert das, was keiner sehen möchte. Nach einem Stoß von der Seite fällt der Mendener Felix Thier (s. Foto) zu Boden, sein Knie ist weggebrochen.

Der Linkshänder der SG Menden Sauerland fasst sich sofort an das bereits zwei Mal operierte Kniegelenk, die Verantwortlichen des Handball-Drittligisten können nicht anders und schauen weg – denn das unfassbare Pech des gerade einmal 23 Jahren jungen Handballers droht sich fortzusetzen. Eine genaue Diagnose steht noch aus, weshalb sich Felix Thier auch nicht zu seinem Gemütszustand äußern möchte.

Verständlich, schließlich ist die Geschichte rund um seine Person alles andere als eine, die junge Sportler gerne hören. „Die Niederlage in Minden ist absolut zweitrangig. Wir alle hoffen, dass Felix Glück im Unglück hatte“, sagt die SG-Vorsitzende Birgit Völker-Albrecht. Denn noch steht nicht genau fest, wie sehr das Knie des Rückraumspielers in der zweiten Minute des Kellerduells gegen die Mindener Reserve in Mitleidenschaft gezogen wurde, eine MRT-Untersuchung in dieser Woche soll da für Gewissheit sorgen. „Das Knie ist derzeit noch stark geschwollen“, berichtet Völker-Albrecht weiter.

Felix Thier hingegen hält sich mit einer möglichen Diagnose noch zurück – was angesichts des langen Leidensweg des Handballers nachvollziehbar ist. „Er hat viel dafür getan, dass er wieder auf dem Feld stehen kann, war sehr häufig im Kraftraum“, weiß die SG-Vorsitzende um die Arbeit die Thier nach seinem dritten Kreuzbandriss im September 2018 investierte. Damals war Thier im Spiel gegen Lippe nach einem Torwurf so gelandet, dass er sich das Knie verdrehte – und sich nach zwei Rissen im linken auch das rechte Kreuzband riss.

Doch Thier ließ sich auch nicht durch diesen Rückschlag aus der Bahn bringen und kämpfte sich zurück – und so gelangen ihm in dieser Spielzeit bereits 39 Treffer. Vor allem seine Leistung in der Partie gegen die hoch gehandelte Eintracht aus Hagen ließ aufhorchen, sechs Treffer steuerte Thier zum überraschenden Auswärtssieg in der Hagener Krollmann Arena bei. Sein erneuter Ausfall kommt also zu einem Zeitpunkt, an dem sich der Linkshänder wieder als tragende Säule in der Mannschaft von Trainer Micky Reiners etablierte.

Was auch an der Schulterverletzung von seinem Mitspieler Matthias Zimny liegt. Wie Thier ist Zimny bei den Wölfen für den rechten Rückraum eingeplant, in den vergangenen Wochen aber musste er aber deutlich zurückstecken. Grund dafür ist die lädierte Schulter an seinem Wurfarm. „Wir hoffen jetzt, dass Matthias im Januar wieder einsatzfähig ist. Wir brauchen ihn dringend“, sagt Birgit Völker-Albrecht über die derzeit prekäre Personalsituation im rechten Rückraum der Mendener. In der vergangenen Woche bestätigte eine MRT-Untersuchung an Zimnys Schulter immerhin, dass keine schwerwiegende Verletzung vorliegt. „Er hat einen Golferarm, das schmerzt unheimlich bei Belastung“, sagt Völker-Albrecht.

Im Training ist Zimny genauso dabei, wie es Thier vor rund einem halben Jahr nach seinem dritten Kreuzbandriss war. Damals befand sich Thier in der Aufbauphase und absolvierte wie Zimny jetzt alle Übungen mit, die die Verletzung zu ließ.

Für die verbleibenden Spiele vor den Feiertagen sind Zimny und Thier aber keine Alternativen, beide werden der SG gegen Lippe und Schalksmühle fehlen. Dafür werden mit Dominik Flor und Luca Giacuzzo andere Spieler auf der Position im rechten Rückraum helfen. Aus der Reserve wird Lauritz Wefing in den Kader des Drittliga-Teams rutschen, damit die Außenspieler die im Rückraum helfen müssen, Entlastung bekommen. Eines will bei der SG nämlich niemand: Noch einen Fall wie den von Felix Thier.

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