THW will an die Tabellenspitze

Foto: Lächler

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Zwei freie Tage hatte THW-Trainer Filip Jicha seiner Mannschaft als Belohnung nach dem kraftraubenden REWE Final4-Einzug in Stuttgart gegönnt, am Freitagnachmittag versammelte er die Mannschaft des THW Kiel wieder um sich:

Die Vorbereitung auf das wichtige Heimspiel gegen GWD Minden am Sonntag begann mit einer Einheit in Altenholz. Die Partie gegen die zuletzt vor allem gegen Top-Mannschaften stark spielenden Ostwestfalen, die um 16 Uhr in der Sparkassen-Arena angepfiffen wird, birgt zwei richtig wichtige Zähler in sich. Denn mit einem Erfolg gegen GWD Minden könnten die Zebras erstmals seit mehr zwei Jahren wieder die Tabellenspitze der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga erobern. Zuletzt hatten die Kieler am 3. September 2017, am zweiten Spieltag der Saison 17/18, den Platz an der Sonne in der stärksten Liga der Welt inne. "Das ist natürlich eine schöne, zusätzliche Motivation", sagt THW-Spielmacher Miha Zarabec. "Aber an sich interessiert uns die Tabelle erst am Saisonende. Wir müssen unsere Aufgaben erledigen, und dazu gehört Sonntag ein Heimsieg mit unseren Fans gegen Minden!" Für die Begegnung gibt es unter anderem im THW-Ticketshop noch Tickets.

Einen einstelligen Tabellenplatz visierte GWD Minden vor der Spielzeit an. Doch fünf Spiele ohne Sieg haben die Mannschaft von Trainer Frank Carstens zuletzt in der Tabelle etwas zurückgeworfen. Derzeit rangiert der Traditionsclub auf Rang 14. Allerdings: Bei den Partien in Magdeburg (29:31), gegen die MT Melsungen (27:29) und die Rhein-Neckar Löwen (24:28) hatte man bei den Ostwestfalen wahrscheinlich auch nicht unbedingt mit Punkgewinnen gerechnet. Und doch zeigten diese drei Begegnungen und der 29:25-Auswärtserfolg bei den Füchsen Berlin, zu was für starke Leistungen die Grün-Weißen an einem guten Tag fähig sind. "Gegen die Löwen hatten wir ein gutes Rückzugsverhalten, haben insgesamt ein gutes Tempospiel mit guten Ballgewinnen gezeigt", war Carstens, der in dieser Woche seinen Vertrag bei GWD bis zum Sommer 2023 verlängerte, mit seiner Mannschaft nach ihrem bisher letzten Spiel gegen die Mannheimer zufrieden, "außerdem war unsere Kreisabwehr sehr stark, so dass Kohlbacher keine Chance hatte." Allerdings, fügte der erfahrene Trainer hinzu, hätte man gegen die Löwen zuviele technische Fehler gemacht. "Das muss gegen Kiel besser werden!

Am Sonntag wolle man mit einer gut gestaffelten Abwehr versuchen, das "Zusammenspiel des THW Kiel kaputt zu machen", wie sich Carstens ausdrückte. "Wenn die Kieler nicht einhundert Prozent geben, ist das unsere Chance, die wir nutzen werden." Dabei kann Carstens in der Sparkassen-Arena auf den Langzeitverletzten Miljan Pušica genauso zurückgreifen wie auf Joscha Ritterbach, der vor dieser Spielzeit aus Göppingen zu GWD wechselte. Verzichten muss er hingegen voraussichtlich auf den Toptorschützen Christoffer Rambo (Schmerzen in der Bandscheibe), der bisher 70 Treffer erzielte, und auch Juri Knorr. Der 19-jährige Rückraumspieler, Sohne des ehemaligen Kieler Kreisläufers Thomas, war vor der Saison vom FC Barcelona nach Minden gewechselt, übernahm schnell Verantwortung und erzielte in den ersten elf Partien satte 30 Treffer. Dann hatte er aber großes Pech: Gegen den HBW Balingen-Weilstetten brach sich der GWD-Mittelmann das Daumensattelgelenk an der Wurfhand und wird wohl erst 2020 wieder mitwirken können.

Für die Ostwestfalen begann im Jahr eins nach Dalibor Doder eine neue Zeitrechnung. "Er hat immer viel Rückenwind gegeben“, bemerkte Carstens zum Abschied des schwedischen Spielmachers, der seine Karriere nun in Ystad ausklingen lässt. "Aber wir wollten etwas verändern und die Verjüngung fortsetzen." Daraus folgte ein großer Aderlass mit sieben Abgängen. So wechselte unter anderem Ex-Zebra-Schlussmann Kim Sonne zu Chartres Metropole in den Norden Frankreichs. Allerdings hat sich GWD, ein Gründungsmitglied der Hallenhandball-Bundesliga, auch sehr sinnvoll verstärkt. Neben Ritterbach (25 Jahre alt) und Knorr holte man den erst 23 Jahre alten 109-Kilo-Kreisläufer Lucas Meister aus der Schweiz, von den Füchsen Berlin kamen Linkshänder Christopher Reißky (24) und Torhüter Malte Semisch (27).
GWD-Heimspiele 2020 in der Halle des Erzrivalen

Abseits des Platzes beschäftigt GWD Minden derzeit aber ein viel größeres Problem: Ende des Jahres müssen der Club seine Heimspielstätte, die altehrwürdige Kampa-Halle, aufgeben. Ein Gutachter hatte entschieden, dass die Halle wegen der Brandschutzmängel nicht länger betrieben werden darf. Eine Sanierung sei viel zu kostspielig, heißt es. Insgesamt sieben GWD-Heimspiele - darunter auch die Partie gegen den THW im März 2020 - werden in der Rückrunde deshalb ausgerechnet beim Erzrivalen in der Kreissporthalle in Lübbecke angepfiffen. Danach ist als mittelfristige Übergangslösung eine Halle nach Baukastensystem geplant. Der GWD-Hauptsponsor setzt sich jedoch für eine Multifunktionsarena, die auf dem noch kontaminierten und zu sanierenden Gelände des ehemaligen Güterbahnhofes im Osten der Kreisstadt entstehen könnte, ein. Egal, wie die Entscheidung der städtischen Mandatsträger aber letztlich ausfällt, Kreisläufer Magnus Gullerud und Rückraumspieler Marian Michalczik, mit 62 Treffern vor Rechtsaußen Gulliksen (52) aktuell zweitbester Schütze der Mindener, werden die neue Halle nicht mehr im GWD-Trikot erleben. Das Duo wechselt nach Saisonende zum SC Magdeburg bzw. den Füchsen Berlin. Torhüter Espen Christensen kehrt dann in seine Heimat Norwegen zurück.

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31.01.2020 19:30
2.Handball-Bundesliga, 19. Spieltag
  
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VfL Gummersbach - VfL Lübeck-Schwartau 0 : 0
Letzte Aktualisierung: 24.01.2020 11:23:47
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