Saisonauftakt in Nordhorn

Foto: Lächler

1.Bundesliga
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Der Bergische HC startet am Donnerstagabend um 19 Uhr bei der HSG Nordhorn-Lingen in die neue Saison der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga. Bei den Niedersachsen herrscht Aufstiegseuphorie, doch der Verein musste aus einem traurigen Grund auch den ersten Trainerwechsel der Saison vornehmen.

"Ich erwarte ein attraktives Spiel", sagt BHC-Trainer Sebastian Hinze.

Vorbei ist die Zeit der Vorbereitung, in der die Löwen jede Partie gewonnen haben. Abgehakt sind die ersten beiden Runden im DHB-Pokal. Am Donnerstagabend geht es wieder um Punkte. "Die Vorfreude bei uns ist groß", meint Hinze. "Wir rechnen nicht nur mit einem Gegner, der alles hereinwerfen wird, sondern auch mit einem sehr eingespielten Team." Die Nordhorner haben nach ihrem Zweitliga-Aufstieg im Juni keinen Spieler abgegeben, sich aber noch gezielt verstärkt.
Größter Coup war die Verpflichtung von Robert Weber, dessen Vertrag beim SC Magdeburg nach neun Jahren Zugehörigkeit nicht mehr verlängert wurde. Der Rechtsaußen ist über jeden Zweifel erhaben. Neu dabei sind außerdem Anton Prakapenia (HSC 2000 Coburg) und Dominik Kalafut (Cesson-Rennes Metropole/Frankreich). Mit zum Beispiel Georg Pöhle und Julian Possehl verfügt die HSG auch über ordentliche Rückraumqualität. "Und Björn Buhrmester ist ein hervorragender Torhüter", meint Hinze.

Taktisch setzt der Aufsteiger auf eine 6:0-, selten auch eine 5:1-Abwehr, aus der das Tempospiel in Gang gesetzt werden soll. "Ich gehe davon aus, dass sie das Tempo die ganze Zeit gehen werden und es nicht verschleppen", sagt Hinze. Ob und inwiefern die Handschrift des neuen Trainers erkennbar ist, ist eher fraglich. Erst am Montag gaben die Nordhorner die Verpflichtung von Geir Sveinsson bekannt. Der Isländer ist ein renommierter Coach, hat unter anderem bereits den SC Magdeburg und die isländische Nationalmannschaft betreut.
Dass der 55-Jährige noch vor dem Saisonstart das Traineramt übernehmen muss, liegt nicht daran, dass man in Nordhorn mit der Arbeit seines Vorgängers unzufrieden gewesen wäre. Im Gegenteil: Heiner Bültmann coachte die Mannschaft seit 2009, stieg in der vorigen Saison überraschend mit seinem Team auf und wäre dienstältester Bundesliga-Trainer gewesen. Doch Bültmann zog sich während der Vorbereitung aufgrund eines Erschöpfungssyndroms zurück. Eine Nachricht, die auch Sebastian Hinze schockiert hat. "Da merkt man dann schon, dass man sorgsam mit sich in diesem Job umgehen muss", sagt der BHC-Trainer.

Komplett werden die Löwen zum Saisonauftakt nicht sein. Die beiden Langzeitverletzten, Maciej Majdzinski und Daniel Fontaine, fallen noch aus. Zudem musste Tomas Mrkva zwischen dem kleinen Finger und dem Ringfinger der linken Hand genäht werden. Der Torhüter-Neuzugang ist daher zumindest für das erste Saisonspiel außer Gefecht gesetzt. Für ihn fährt Joonas Klama mit nach Nordhorn.

Mit dem Zustand seines Teams ist Sebastian Hinze zufrieden: "Wir haben eine ausgeglichene Mannschaft mit hoher Disziplin und Selbstorganisation. Das haben auch die Neuen während der Vorbereitung übernommen. Jeder ist hier, um den maximalen Erfolg zu haben." Ein Sieg in Nordhorn wäre freilich ein sehr guter Auftakt. "Wobei ein gutes Spiel nicht immer nur am Ergebnis festgemacht werden muss", wie Geschäftsführer Jörg Föste ergänzt.
Das Saisonziel definiert sich daher erneut nicht über eine Platzierung. "Es geht um die Weiterentwicklung unserer Spielidee und -philosophie", sagt Föste. "Und wir wollen uns auch auf allen Ebenen abseits des Spielfeldes ebenfalls weiterentwickeln."

Im Rahmen der Saison-Pressekonferenz hat der Bergische HC seinen geplanten Umsatz für die neue Saison verkündet. Der Club plant mit 3,6 Millionen Euro, wobei sich die Summe noch erhöhen kann. Der Partnerpool besteht derzeit aus mehr als 160 Mitgliedern. "Wir freuen uns über Zuwächse in allen Bereichen", sagt Philipp Tychy, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb. "Es gibt viele ausgeweitete Engagements, und die Gespräche für diese Saison sind auch noch nicht abgeschlossen." Der finale Umsatz für die Spielzeit 2018/19 betrug übrigens 3,4 Millionen Euro, angesetzt waren zu Saisonbeginn 3,1 Millionen.

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