Konstanz bietet Erstligist Balingen gut Paroli

Foto: Lucas Pfemfert

2.Bundesliga
Tools
Typography
  • Smaller Small Medium Big Bigger
  • Default Helvetica Segoe Georgia Times
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Nach einem deutlichen Erfolg im Aufgalopp des Testspiel-Reigens bekam es die HSG Konstanz in Rottweil mit einem anderen Kaliber zu tun. Doch auch gegen den Erstligisten HBW Balingen-Weilstetten bewegte sich der Zweitligist aus der größten Stadt am Bodensee weite Teile des Spiels auf Augen-höhe.

Nicht so allerdings in zehn Minuten zu Beginn der zweiten Hälfte. Stand es unmittelbar vor der Pause noch 13:13, erhöhte der Bundesligist vor voll besetzten Rängen von 17:15 auf 22:15. Zehn Minuten, in denen bei der HSG so rein gar nichts mehr zusammenlaufen wollte und der HBW Gegenstoß über Gegenstoß nach Konstanzer Fehlern eiskalt zur 22:15-Führung nutzte. Diese Sieben-Tore-Differenz hatte schließlich nach wieder ausgeglichenem Rest der Partie bis zum Ende durch ein HBW-Tor mit der Schlusssirene Bestand (33:26).
Der erste Treffer gehörte jedoch den Gelb-Blauen, die in der Folge stets am Favoriten von der Schwäbischen Alb dranblieben. Mit einer im Vergleich zum ersten Test verbesserten Abwehrarbeit und einem guten Rückhalt in Torwart Michael Haßferter erwies sich die HSG zum für beide Mannschaften frühen Zeitpunkt der Vorbereitung als äußerst unbequemer Kontrahent. Über 3:2 und 8:7 ging der HBW zwar vorneweg, Konstanz ließ sich aber nicht abschütteln. Bis den Gästen aus Südbaden ein paar leichte technische Fehler unterliefen und Balingen dies über ihre schnellen Außen dankbar ausnutzte. Auf der linken Seite wirbelte der Isländer Oddur Grétarsson und kam bis zum Schlusspfiff auf acht Treffer, auf dem rechten Flügel war es der Ex-Konstanzer Gregor Thomann, der viermal einnetzte. Doch vom 7:11-Rückstand ließ sich Konstanz auch in der Folge nicht entmutigen.

Stattdessen zeichnete sich Haßferter aus, Fynn Beckmann konnte gegen seinen Ex-Club zweimal nur auf Kosten eines Siebenmeters gestoppt werden und der Ex-Balinger Aron Czako stellte den Anschluss wieder her (12:13). Der wieder genesene Kapitän Tim Jud konnte gar den 13:13-Ausgleich kurz vor dem Seitenwechsel markieren. „Wir haben“, lobte Daniel Eblen, „vor allem in der ersten Halbzeit echt gut gespielt. Am Anfang waren wir vielleicht noch etwas ungeduldig, sind dann aber gut ins Spiel gekommen.“ Unter anderem dank der starken Torhüter, wie der HSGCheftrainer hervorhob. Was Michael Haßferter in der ersten Halbzeit leistete, taten ihm Simon Tölke und Maximilian Wolf, der auch einen Siebenmeter parierte, nach der Pause nach. Konstanz wirkte dabei nun mit guter Abwehrarbeit sehr geduldig und beweglich – all das, was zu Beginn der zweiten Halbzeit plötzlich komplett fehlte. Mit leichten Abspielfehlern oder völlig überhasteten Abschlüssen konnte Balingen sein gefährliches Tempospiel aufziehen und kam nun zu leichten Treffern über den Gegenstoß. „Dann war kurz die Luft raus“, meinte Eblen zu dieser schwierigen Phase, in der der HBW den Derbyrivalen mit einem 5:0-Lauf überrollte. Eblen: „Da mussten wir erst wieder in die Partie reinkommen. In dieser Phase haben wir zu viel und zu schnell das Spiel über den Kreis gesucht. Geschätzt verlieren wir hier sechs, sieben Bälle. Auf diesem Niveau geht das natürlich nicht.“ Wenn es seinem Team jedoch gelang, den Ball mit Druck und Geduld laufen zu lassen, boten sich gute Abschlusspositionen. Nach dem Test gegen den Erstligisten konnte der 44-Jährige
zufrieden bilanzieren, dass er „kein schlechtes Spiel gesehen hat. Wir müssen nun auf jeden Fall das Video noch einmal genauer ansehen. Die vielen technischen Fehler waren unnötig. Im Wettkampf bricht einem so etwas das Genick.“

Allerdings, und das war die den Gesamteindruck bestimmende Conclusio, konnte seine Mannschaft bereits auf einem intensiven Niveau spielen. Körperlich wähnt der HSG-Coach seine Mannschaft so auf dem richtigen Weg, taktisch bis auf das zu häufig und „über das Knie gebrochene“ (Eblen) Spiel über den Kreis ebenfalls. Im Zusammenspiel in Abwehr und Angriff müssen hingegen noch die Automatismen erarbeitet werden. Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich bereits am Mittwoch, 18 Uhr, in der heimischen Schänzle-Sporthalle gegen den Schweizer Nationalliga-AClub HC Kriens-Luzern. Dieser stand in der letzten Spielzeit im Playoff-Viertelfinale um die Schweizer Meisterschaft.

HBW Balingen-Weilstetten – HSG Konstanz 33:26 (14:13)

HSG Konstanz: Maximilian Wolf, Simon Tölke, Michael Haßferter (alle Tor); Michel Stotz (3), Fabian Schlaich (2), Áron Czakó (1), Matthias Hild, Tom Wolf (1), Fabian Wiederstein (5), Paul Kaletsch (6/5), Felix Krüger (2), Fynn Beckmann (1), Joschua Braun, Tim Jud (5), Tim Keupp, Samuel Wendel.

Kommentar schreiben

Bitte halte Dich an die Regeln für Kommentare.

Sicherheitscode
Aktualisieren

Ergebnisdienst Bundesliga

22.08.2019 19:00
Liqui Moly Handball-Bundesliga, 01.Spieltag
  
HSG Wetzlar - TBV Lemgo Lippe 0 : 0
  
HSG Nordhorn-Lingen - Bergischer HC 0 : 0
  
SC Magdeburg - HBW Balingen/Weilstetten 0 : 0
Letzte Aktualisierung: 21.08.2019 11:36:51
Legende: ungespielt laufend gespielt