Fabian Maier-Hasselmann vor Zweitliga-Start mit Konstanz

Foto: Peter Pisa

2.Bundesliga
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Am Samstag, 19.30 Uhr, startet die HSG Konstanz nach dem direkten Wiederaufstieg mit einem Auswärtsspiel beim Ex-Erstligisten TV Hüttenberg in die
neue Saison der 2. Handball-Bundesliga.

Ganz besonders groß ist die Vorfreude bei Fabian Maier-Hasselmann. Der mit 28 Jahren erfahrenste Spieler im Kader kehrte erst vor wenigen Wochen nach siebenmonatiger Verletzungspause zurück und konnte sich auf Anhieb wieder gut einfügen. Der Rechtsaußen kam 2015 vom TSV Friedberg an den Bodensee und studiert an der mit der HSG kooperierenden HTWG Konstanz (Fachhochschule) Automobilinformationstechnik. Der 1,82 Meter große gebürtige Münchener hatte sich Ende November des vergangenen Jahres alle Außenbänder im rechten Sprunggelenk sowie ein Syndesmoseband gerissen und einen Teil des Schienbeinfortsatzes gebrochen. Bis zu diesem Zeitpunkt war er mit 40 Treffern drittbester Torschütze der Konstanzer.

Im Interview mit HSG-Pressesprecher Andreas Joas spricht Fabian Maier-Hasselmann über eine durchwachsene Vorbereitung, die „tolle Aufgabe“ 2.
Bundesliga, die er als besonders spannend und interessant erwartet und den Wunsch, am Ende über dem Strich zu stehen.

Fabi, du warst bis vor ein paar Wochen zum Zuschauen verdammt. Wie fühlt es sich an, nach so langer Zeit wieder voll mit dabei zu sein?
(strahlt) Super! Ich hoffe, dass ich nun lange dabei und fit bleibe. Es war aber auch so, dass ich auch letzte Saison immer ganz nahe dran am Team und im Training war. Ich habe so nicht das Gefühl, mich integrieren zu müssen. Aber ein Spiel habe ich lange nicht mehr gemacht, da gehört es dazu, erst einmal wieder reinkommen zu müssen.

Bist du zufrieden mit den ersten Spielen nach dem Comeback?
Als Mannschaft hatten wir eine durchwachsene Vorbereitung, die zum Ende hin immer besser wurde. Das Pokalspiel in Aue war in Ordnung, wir waren nahe dran. Wären wir vollzählig gewesen, hätten wir vielleicht gewinnen können. Das ist ein gutes Zeichen. Ich konnte mich in den letzten Wochen steigern, es ist immer besser geworden. Nach sieben Monaten Pause ist dafür außerdem Spielpraxis nötig. Ich bin schmerzfrei, muss allerdings noch ein paar Dinge wieder vollständig aufbauen. Zusammen mit unseren Physios und Athletiktrainerin Cleo Oexle sind wir mit einem individuellen Programm gut dabei.

Nach dem 25:27 in Aue: Überwiegt die Enttäuschung oder das Gefühl, mithalten zu können?
Es war ein Test unter Realbedingungen – natürlich mit weniger Zuschauern als in der 2. Bundesliga – beim Elften der letzten Zweitliga-Saison. Wir haben uns bei einem Mittelfeldteam gut präsentiert und mitgehalten. Zwar hatte Aue den Verlust des nüberragenden Spielers Eric Meinhardt aufzufan-gen, bei uns haben jedoch einige Spieler gefehlt. Insgesamt hat das gepasst, in der Abwehr können wir uns noch ein bisschen steigern.

Einer Deiner Kindheitsräume geht in Erfüllung, die 2. Bundesliga steht wiedervor der Türe. Aufgeregt, Vorfreude, was ist da im Moment?
Ich fühle mich gut vorbereitet und möchte schnellstmöglich wieder an das Niveau anknüpfen, das ich vor meiner Verletzung hatte. Ich freue mich unglaublich auf die Saison. Es gibt kaum Cooleres, als sich mit solchen Teams und Spielern zu messen. Das ist eine unwahrscheinlich tolle Aufgabe, für die wir immer alles abrufen müssen. Darauf freue ich mich.

Wie schätzt Du die Liga nach ihrer Verkleinerung von 20 auf 18 Clubs ein: Wie viele Experten als so stark wie nie?
Es ist schwer, einen übergeordneten Vergleich anzustellen. Das wird eine super spannende Liga. Bei uns muss man auch erst einmal gewinnen, selbst als Spitzenteam. Das macht die Liga interessant. Genauso wie super starke Spieler. Die Qualität dürfte durch die Verkleinerung noch einmal gestiegen sein. Keiner wird abfallen, das Niveau ist hoch. Ich erwarte einen größeren Pool an vielleicht zehn Teams, die mehr oder weniger ernsthaft gegen den Abstieg kämpfen und einen kleineren von vier bis sechs Vereinen, die den Aufstieg unter sich ausmachen.

Im Haifischbecken 2. Bundesliga: Wie möchte die HSG mit jungem Kader bestehen, wie sind die Chancen auf den Klassenerhalt?
Wir haben einen breiten Kader und viele Spieler, die auf mehreren Positionen eingesetzt werden können. Wir müssen Heimstärke aufbauen und unsere laute Halle nutzen. Mit Kampfgeist und einer guten, unangenehmen Abwehr werden wir die nötigen Punkte einfahren.

Der Saisonauftakt hat es in sich: Hüttenberg, Bietigheim und Hamm, drei ambitionierte Ex-Erstligisten.
Da kann man nur positiv überraschen. Werden es 0:6 Punkte, kommt es wie es alle erwartet haben. Gelingt uns nur eine Überraschung, haben wir schon direkt Punkte, die uns keiner zugetraut hat. Ich sehe es nur positiv: Wir können Big Points holen, gelingt das nicht, müssen wir einfach ruhig weiterarbeiten.

Vor dem Gastspiel in Hüttenberg am Samstag: Werden Erinnerungen an 2016 und den 25:24-Sieg direkt im ersten Auswärtsspiel wach?
Auf jeden Fall! Der Ex-Hüttenberger Konstantin Poltrum hatte damals kurz vor Schluss mit einem gehaltenen Siebenmeter den Sieg sichergestellt. Daran erinnern wir uns gerne, auch wenn Konsti nicht mehr dabei ist. Wir haben aber mit Paul Kaletsch einen weiteren ehemaligen Hüttenberger, der richtig Bock darauf hat, bei seinem Ex-Verein zu gewinnen. Das wird ein cooles Spiel. Wir sind Außenseiter. Wenn wir allerdings lange dranbleiben, werden wir sehen, wohin es geht. Hüttenberg hat die Qualität, ganz oben mitzuspielen. Und gegen Aufsteiger muss in den Augen der Gegner sowieso immer gewonnen werden.

Deine Wünsche für die neue Saison?
Viele Siege! Ich bin heiß auf Handball und freue mich auf jedes Spiel. Für mich persönlich gilt es, gesund zu bleiben und diese Saison so durchzuspielen, wie ich die letzte begonnen habe. Dazu viele Punkte holen und am Ende über dem Strich stehen. Das würde ich so sofort unterschrei-ben.
Fragen: Andreas Joas

Saisonstart in der 2. Handball-Bundesliga:
24. August, 19.30 Uhr, in Hüttenberg
30. August, 20 Uhr, Schänzle-Sporthalle Konstanz gegen SG BBM Bietigheim

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