Baggerseepiraten schnuppern an Sensation

Bild: Stefan Luksch

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Durch einen Treffer von Weltmeister Michael „Mimi“ Kraus in buchstäblich letzter Sekunde sind die Rodgauer Handballer auch beim fünften Anlauf in der ersten DHB-Pokalrunde ausgeschieden. Doch so nah wie am Samstag waren die Spieler um Kapitän Marco Rhein noch nie an einem möglichen Weiterkommen, führten über weite Strecken der Partie und mußten am Ende etwas unglücklich den späten Knockout hinnehmen.

Dass es überhaupt zu einem heißumkämpften Match wurde, lag zum einen am unbedingten Willen der Hausherren, das erste Pflichtspiel der Saison zu gewinnen. Zum anderen schien der mit großen Ambitionen antretende Zweitligist aus dem Württembergischen vom Anpfiff an nicht mit der hundertprozentigen Einstellung bei der Sache. Und dass man mit angezogener Handbremse nicht im Vorbeigehen bei den Rodgauern gewinnt, wurde im Verlauf der Partie schnell klar. Gestützt auf eine aufopferungsvoll kämpfende Defensive, fanden die Jungs von Trainer Redmann auch im Angriff kreative Lösungen, mußten dabei aber natürlich einen enormen Aufwand betreiben. Größen- und gewichtsmäßig wurde zwischen den beiden Teams der Klassenunterschied deutlich sichtbar. Aber durch die gelungene Vorbereitung war man auf Seiten der Hausherren mit reichlich Selbstvertrauen ausgestattet und sehr zum Verdruss von Gästetrainer Jonsson gelang es den Rodgauern, sich über die Zwischenstände 5:5 und 7:9 sogar bis auf 11:14 abzusetzen. Kurz vor der Pause vergab man eine aussichtsreiche Gelegenheit und im Gegenzug erzielte der gefährlichste Gästeschütze Jonas Link mit etwas Glück den 13:14 Halbzeitstand.

Auch unmittelbar nach Wiederanpfiff erzielten die Rodgauer noch zwei schnelle Treffer, ehe man sich eine knapp fünfminütige Schwächephase gönnte, die vom haushohen Favoriten sofort gnadenlos ausgenutzt wurde. Der agile Martin Marcec brachte mit einem lupenreinen Hattrick seine Bietigheimer mit 16:18 in Front, doch auch darauf hatten die Rodgauer eine Antwort parat. Henning Schopper, der leicht angeschlagen auf die Zähne biss und „Neuzugang“ Magnus Hofferbert nach einem Sensationspass von Marco Rhein stellten die Anzeigetafel wieder auf Unentschieden. Danach gab es in der sehr fairen Partie einige Zeitstrafen für beide Mannschaften, doch es hatte den Anschein als würden die Rodgauer besser damit zurechtkommen. Erneut Hofferbert und Philipp Keller nach einem herausgespitzelten Ball brachten die Rodgauer mit 23:21 in Führung. Auf der Gegenseite war es jetzt immer wieder das Zusammenspiel zwischen Kraus und seinem bulligen Kreisläufer Fischer, das zu Bietigheimer Erfolgserlebnissen führte und beim 23:23 in der 50. Minute war noch überhaupt nichts entschieden. Die knapp 500 Zuschauer in der gut gefüllten Halle spürten, dass ihre Jungs jetzt die volle Unterstützung benötigten, denn so langsam schwanden die Kräfte beim Drittligisten. Aber gepusht durch die Anfeuerung der Fans mobilisierten die Baggerseepiraten die letzten Reserven. Die Führung wechselte mehrfach und genauso wie das Thermometer in der schwülwarmen Halle anstieg, kochte auch die Stimmung über.

Spätestens nach dem 25:25 durch Sam Hoddersen hielt es keinen mehr auf den Sitzen, bedingungslos wurden die Rodgauer angefeuert und auch nachdem die Bietigheimer durch den 2 Meter Koloß Vetle Ronningen mit 26:27 wieder knapp die Nase vorne hatten, kämpften die zusehends müder werdenden Rodgauer tapfer weiter. US-Nationalspieler Hoddersen nutzte einen Fehlpaß der Bietigheimer zu einem Tempogegenstoß, sprintete über das komplette Feld und versenkte unter dem ohrenbetäubendem Jubel der Zuschauer zum 27:27. In den verbleibenden 100 Sekunden wurde es dann richtig dramatisch. Erst verwarf Kraus einen Hochkaräter, anschließend scheiterte Timo Kaiser am stark parierenden Maier. Mit dem letzten Angriff, bei angezeigtem passiven Spiel, kam dann erneut Michael Kraus in Wurfposition und der Ball vom Weltmeister fand mit dem Schlusspfiff irgendwie den Weg ins Ziel. Die Schockstarre in der Halle hielt aber nur wenige Sekunden, dann brandete wieder Jubel auf, die Fans feierten ihre Mannschaft für die gezeigte Leistung und das auch völlig zu Recht.

Piratentrainer Redmann, der körperlich genau wie seine Jungs an die Grenzen gegangen war, zollte dem kompletten Team Respekt: „Das war heute mit Sicherheit eines der besten Spiele, seitdem ich hier Trainer bin. Natürlich ist man nach so einem Spielverlauf erst mal enttäuscht, denn wenn man so knapp dran ist, will man auch gewinnen. Unter dem Strich bin ich aber trotzdem absolut zufrieden, das war ganz nahe an der Leistungsgrenze, was wir abgerufen haben.“ Diese Niederlage sollte den HSG´lern Zuversicht und Rückenwind für die schwere Auftaktpartie geben, in der man sich in ähnlicher Verfassung präsentieren will. Ausruhen auf der Leistung im DHB-Pokal kann man sich aber nicht, denn wenn man am Samstag beim Aufsteiger in Bad Neustadt antritt, geht es wieder bei Null los.

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