27
Di, Okt
27 New Articles

Flensburg ringt Kielce nieder

Foto: Ingrid Anderson-Jensen

Pokal international
Tools
Typography
  • Smaller Small Medium Big Bigger
  • Default Helvetica Segoe Georgia Times
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Nach 192 Tagen Unterbrechung endlich wieder Handball! Die SG Flensburg-Handewitt schlug zum Auftakt der EHF Champions League den polnischen Meister Lomza Vive Kielce mit 31:30 (14:14). Dabei machten die Hausherren einen 23:26-Rückstand wett.

Keine Zuschauer in der „Hölle Nord“ – aber zumindest beim Einlauf-Trailer und dank einiger Banner auf der Nordtribüne visualisierte sich der Fan-Rückhalt. Wie mag es zu Hause an den Bildschirmen gewesen sein? In der leeren Halle brach Gøran Søgard durch und erzielte das erste Tor der Saison. Magnus Rød kassierte die erste Zeitstrafe. Simon Hald stand in der 6:0-Abwehr, während im Angriff Mads Mensah anfing. Vive Kielce deckte sehr offensiv und verschaffte sich leichte Vorteile. Mehrmals führte der Gast mit 2:0. Der SG gelang trotz des Ausfalls eines kompletten Abwehr-Mittelblocks einige Balleroberungen. Hampus Wanne schloss einen Gegenstoß zum 10:9 ab. Nun agierte Gøran Søgard am Kreis, während Mads Mensah im Rückraum wirbelte. Hampus Wanne stellte mit einem verwandelten Siebenmeter den 14:14-Pausenstand her.

Der Wiederbeginn glückte. Mit einem Doppelschlag besorgte Magnus Rød das 16:14. Das Pendel schlug aber zurück, es blieb eine hautenge Angelegenheit. Nach rund 40 Minuten „Debütanten-Ball“ in der FLENS-ARENA: Franz Semper traf zum ersten Mal, Lasse Møller sogar doppelt. Der Däne bildete zeitweise die Spitze einer 5:1-Abwehrformation. Dennoch stand es plötzlich 23:26. Torbjørn Bergerud verhinderte mit einer Glanzparade den Vier-Tore-Rückstand. Jetzt wären die Zuschauer aufgestanden und hätten die Mannschaft mit einem emotionalen Schulterschluss unterstützt. Die Spieler mussten allein durch die kleine Krise – und sie schafften es. Lasse Svan besorgte den Anschluss, Torbjørn Bergerud parierte einen Strafwurf, und Hampus Wanne zeigte von der ominösen Linie Nervenstärke. 27:27! Jim Gottfridsson stellte die Führung her. Die SG antwortete nun stets schnell. 70 Sekunden vor Ultimo markierte Gøran Søgard das 31:30. Der letzte Angriff von Kielce mündete in einem Fehlwurf. Gegen eine offene Manndeckung behielt die SG die Ruhe. Die SG Akteure jubelten – in einer leeren Halle.

SG Flensburg-Handewitt – Lomza Vive Kielce 31:30 (14:14)

SG Flensburg-Handewitt: Buric (9 Paraden), Bergerud (4/1 Paraden, ab 37.) – Hald, Svan (2), Wanne (5/2), Mensah (4), Søgard (4), Gottfridsson (5), Semper (2), Møller (3), Rød (6)

Lomza Vive Kielce: Wolff (12 Paraden) – Vujovic (1), Sicko, A. Duishebaev (2), Tournat (1), Karacic (3), Kulesh (8), Moryto (1/1), Fernandez (3), D. Duishebaev (2), Gebala, Karalek (7/1), Gudjonsson (2)

Schiedsrichter: Kurtagic/Wetterwik (Schweden);

Zeitstrafen: 4:2 Minuten (Rød 2, Hald 2 – Gebala 2);

Siebenmeter: 2/2:3/2 (Bergerud hält gegen Gudjonsson);

Zuschauer: 0

Spielverlauf: 1:0 (1.), 1:2 (4.), 3:3 (8.), 3:5 (10.), 5:5 (12.), 6:7 (14.), 7:9 (19.), 10:9 (21.), 11:11 (23.), 12:13 (27.), 13:14 (28.) – 16:14 (33.), 17:16 (35.), 18:17 (36.), 18:19 (29.), 20:20 (41.), 21:21 (42.), 22:22 (43.), 22:24 (45.), 23:26 (48.), 25:27 (52.), 28:27 (56.), 29:29 (58.), 30:30 (59.)

Maik Machulla, SG Trainer: „Ich bin sehr froh, wieder in der FLENS-ARENA spielen zu können – auch wenn es eine sehr spezielle und schwierige Situation ist. Ohne Fans in einer leeren Halle zu sein – das ist schon befremdlich. Wir mussten viel wechseln, hatten eigentlich kein System, aber die Mannschaft hat 60 Minuten gekämpft. Ich bin sehr stolz über die beiden Punkte gegen Kielce. Wir hatten am Ende etwas mehr Glück, ein paar Paraden von Torbjørn und die nötigen einfachen Tore. Dieses Ergebnis ist gut für das Selbstvertrauen.“

Talant Duishebaev, Coach Vive Kielce: „Zunächst möchte ich Flensburg zum Sieg gratulieren. Ich bin etwas ärgerlich, dass wir in der Schlussphase einige Eins-gegen-Eins-Situationen nicht nutzten und wir einen Siebenmeter liegenließen. Auch das Glück war etwas für Flensburg. Nicht verstehen kann ich, dass ich eine gelbe Karte bekam und Flensburg den Ball. Ich kann mit meinen Spielern sprechen, wie ich möchte. Ich bin nun einmal ein impulsiver Mensch.“

Lasse Svan, SG Kapitän: „Wir waren seit Tagen darauf vorbereitet, dass wir ohne Zuschauer spielen müssen. Ich hatte befürchtet, dass etwas die Emotionen fehlen würden. Aber im Umfeld haben einige einen guten Job gemacht. Wir hatten den Fokus voll auf die 60 Minuten und brachten die nötige Intensität in unsere Aktionen. Vielleicht war es sogar ein Vorteil für uns, dass Kielce die ersten Spiele mit Zuschauern absolviert hatte und diese Situation nicht kannte.“

Kommentar schreiben

Bitte halte Dich an die Regeln für Kommentare.

Sicherheitscode
Aktualisieren